Optimale Blende: Berechnung bei elektronischen Kameras

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Statt eines Kompromisses über alle Daten zu konstruieren, kann man heute Verzerrung, chromatische Abberation und Randabschattung der nachträglichen elektronischen Korrektur überlassen und sich ganz auf die Auflösung konzentrieren.

Trotzdem reproduzieren heutige Top-Objektive bei voller Öffnung meist noch nicht optimal. Dies wird erst nach Abblenden um 1 - 2 Stufen erreicht. Wird dann weiter abgeblendet, <!--more-->verschlechtern Beugungs-Effekte an den Blenden-Lamellen irgendwann die Auflösung. Ohne jetzt auf die Grundlagen einzugehen, die ich den <a href="http://www.weschoen.de">Unterlagen von Walter E. Schön </a>entnommen habe, lässt sich diese Blende einfach berechnen: Pixel-Rasterweite (in Mikrometer) x 2 x 1,35.

Beispiel für das mF/T-System bei der Olympus M1 mit seinen 17 mm Kantenlänge und 4608 Pixeln. Daraus resultiert eine Rasterweite von 3,7 um und somit kann bis Blende 10 abgeblendet werden, bevor Beugungs-Effekte die Objektiv-Konstruktion verschlechtern. Bei Sonys R 7 im KB-Format mit einer Auflösung von 4912 x 7360 Pixeln resultiert eine Rasterweite von 4,9 um. Somit wird die Auflösung erst bei einer Abblendung über 13,5 schlechter. In der Praxis also ein Wert zwischen Blende 11 und 16.

Als Extrem bei sehr guten Taschen-Kameras: Die Sony RX100 M3 wird das fest eingebaute Zeiss Vario-Sonnar schon ab Blende 6,5 durch die Blendenlamellen limitiert. Als anderes Extrem die Mittelformat-Pentax 645X, welche erst ab rund Blende 16 Beugungs-Erscheinungen zeigt.

Die Bandbreite,  wo ein Objektiv bis zu der berechneten Blende oprimal arbeitet, gilt generell für aufwändige und gute Konstruktionen. Bei einfacheren Modellen limitiert deren Auflösung oft schon früher eine gute Bildwiedergabe.
 

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